Zum Inhalt springen


lernen und arbeiten -


8. März 2013

Systemische Gruppendynamik

In einem Artikel der Zeitschrift OrganisationsEntwicklung wird das Loblied auf “Die neue Aktualität der (”systemischen”) Gruppendynamik” gesungen. Das wäre nicht wirklich bemerkenswert – wenn es nicht von Roswita Königswieser, Rudolf Wimmer und Fritz B. Simon angestimmt würde. Anlass genug für mich, den Artikel zu lesen und hier weiter zu empfehlen. Ich habe einmal persönlich an einer solchen Systemischen T-Gruppe (Trainings-Gruppe) teilgenommen, eine wirklich sehr intensive Erfahrung. Der Nutzen liegt in der doppelten Rolle – man ist Gruppenteilnehmer und -beobachter zugleich, reflektiert und agiert gleichermaßen, ist auf sich gestellt und eingebettet in die Interaktion der Gruppe. Wer die Chance bekommt, an einer solchen T-Gruppe einmal teilzunehmen, sollte sie meiner Meinung nach unbedingt nutzen.

1. März 2013

Besser arbeiten

Erst kürzlich habe ich die folgende Liste entdeckt, die von Peter Fischli / David Weiss kommt: “How to work better” (1991). Das war zwar sicher nicht in pädagogischer Absicht von den beiden Künstlern so formuliert, hat aber was. Ich habe der besseren Lesbarkeit halber die Punkte hier nochmal aufgeschrieben. Wenn man diese Empfehlungen berücksichtigt, wird das Arbeiten wirklich “besser”. In jeder Hinsicht.

HOW TO WORK BETTER

1.   DO ONE THING AT A TIME
2.   KNOW THE PROBLEM
3.   LEARN TO LISTEN
4.   LEARN TO ASK QUESTIONS
5.   DISTINGUISH SENSE FROM NONSENSE
6.   ACCEPT CHANGE AS INEVITABLE
7.   ADMIT MISTAKES
8.   SAY IT SIMPLE
9.   BE CALM
10. SMILE

5. November 2012

Konflikte – 10 praktische Lösungstipps

Konflikte sind im Berufsleben allgegenwärtig, ja, sie gehören zum Berufsbild des Managers, dessen soziale Funktion darin besteht, “den Konflikt zu suchen, von falsch erscheinenden Stellen abzuziehen, an der richtigen Stelle zu zünden und auszubeuten, bis sich seine Energie verbraucht hat”. So die Theorie, das Zitat ist, wenn ich es richtig weiß, von Dirk Becker (aus dem Einladungsflyer zu den X-Organisationen 2007).

Mit Konflikten bin auch ich immer wieder konfrontiert – nach obiger Definition völlig zu recht -, und ich versuche oft zunächst eine Verortung. Bin ich als Entscheidungsträger gefragt mit der Option, das “Entweder – Oder” zu bestimmen, oder geht es um eine vermittelnde Rolle, die ein Abwägen zwischen dem “Weder-noch” bzw. “Sowohl-als auch” beinhaltet? Wer sich klar seiner jeweiligen Rolle bewusst ist, hat es leichter – und kann umso mehr von den 10 praktischen Tipps profitieren, die ich dem Buch von Fritz B. Simon “Einführung in die Systemtheorie des Konflikts” entnehme und hier gekürzt paraphrasiere:

1. Wenn Sie in einen Konflikt geraten und impulsiv agieren möchten – lassen Sie’s. Zählen Sie bis 100, oder tum Sie erst mal gar nichts.

2. Inhalts- und Bezugsebene sind im Konfliktfall oft nicht klar getrent. Beim “Sach”-Konflikt bemühen Sie sich um eine Trennung beider Ebenen, machen Sie deutlich, dass Sie die Angelegenheit nicht persönlich nehmen!

3. Wenn es um persönliche Dinge geht, sorgen Sie dafür, dass Ihr Gegenüber ein sachliches Interesse dafür entwickelt, den Konflikt zu beenden. Zeigen Sie, wie Sie ihm helfen können, auf der Sachebene zu gewinnen.

4. Wenn der Konflikt bereits eskaliert, prüfen, Sie, ob Sie überhaupt gewinnen können, und gehen Sie dabei von “worst-case-Szenarien” aus.

5. Wenn der Verlauf der Eskalation nicht vorhersehbar ist, steigen Sie lieber vorher aus. Das wird zwar möglicherweise als Schwäche gedeutet, lohnt sich aber trotzdem: der Aufwand für diesen Konflikt bleibt gering, das Risiko ebenfalls.

6. Wenn die Eskalation zu teuer wird oder absehbar zu einem Patt führt, bemühen Sie sich um einen – auch von der Gegenseite akzeptierten – Vermittler.

7. Wenn Sie als “Dritter” in einen fremden Konflikt hineingezogen werden und gleichzeitig qua Hierarchie den Konflikt auch beenden könnten, dann sollten Sie das auch unbedingt tun.

8. Wenn Sie (nur) Berater sind, auchten Sie auf Ihre Neutralität und belassen Sie die Verantwortung für den Fortschritt des Prozesses bei den Konfliktparteien.

9. Wenn Sie als Berater eigene Lösungsideen haben, stellen Sie diese “unauffällig” zur Verfügung, zum Beispiel durch entsprechende Fragen an die Konfliktparteien.

10. Die Lösung eines Konfliktes ist selten perfekt – streben Sie lieber eine langfristig tragfähige, pragmatische Lösung an!

Das Buch von Fritz Simon kann ich nur wärmstens empfehlen, es ist nicht nur “theoretisch”, sondern eben auch eine wunderbar pragmatische Betrachtung des Themas!

12. August 2012

Präsentationen mit Powerpoint meiden?

In seinem neuen Buch (Wie man führt, ohne zu dominieren: 29 Regeln für ein kluges Leadership) gibt Prof. Rolf Arnold viele Anregungen für Führungskräfte. Besonders einleuchtend: Das Kapitel über Powerpoint. “Regel 18: Meiden Sie ausgetüftelte Powerpoint-Präsentationen!”

Wer kennt das nicht – diese Präsentationen, die oft genug nur den gesprochenen Text abbilden? So dass man an eine Wand starrt, mitliest (oder auch nicht) und sich fragt, warum das nicht als Hintergrundinformation vorab verteilt worden ist?

Arnold bemängelt insbesondere, dass viele Powerpoint-Präsentationen den Zuschauer in eine passive Rolle bringen. Es wird etwas eben “präsentiert”, wo Arnold sich vielmehr Dialog wünscht. Gerade die starke Strukturiertheit signalisiert, dass das Dargebotene bestens durchdacht und von zwingender Logik ist. Es entsteht eine sehr deutliche Hierarchie – hier der Präsentator, dort die lauschende (bzw. eingeschlafene …) Masse.

Ich kann Rolf Arnold weit folgen mit seiner Kritik, auch wenn ich selbst Powerpoint schätze, um in verdichteter Form einen Gedankengang einem größeren Personenkreis darzubieten. Auch bei den TED-Veranstaltungen gibt es viele gute Beispiele für gelungene Präsentationen. Was aber bleibt, ist die Frage, wie dann der Dialog eröffnet werden kann. Dialog bedeutet aber immer Risiko – er ist nicht planbar, er braucht Mut. Insofern lese ich Rolf Arnolds Hinweise als Anregung, das “Präsentationen” umzuwidmen in die Chance, gemeinsam zu lernen.

22. Juli 2012

Angst vor neuen Ideen?

“Ich verstehe nicht, warum Menschen Angst vor neuen Ideen haben. Ich habe Angst vor den alten”. (John Cage)

Das Zitat ist enem im Gespräch mit Richard Kostelanetz entnommen; im Original “I can’t understand why people are frightened of new ideas. I’m frightened of the old ones”. Ich habe es gerade in einer netten Veranstaltung in der Hamburger Kunsthalle gehört; dort gibt es eine (allerdings sehr kleine) Ausstellung einiger Zeichnungen und Grafiken (Titel: an ear alone is not a being).

Es gibt auch ein schönes Video, in dem man Cage (altersweise) einmal direkt erleben kann:

24. März 2012

Gute Laune mit UOGB

Habe ich gerade entdeckt (danke, Katt)

25. Februar 2012

Aldi-Tüten

Bis zum 4.3.2012 läuft noch im Wilhelm-Hack-Museum die viel gelobte Ausstellung “I love Aldi”.

In diesem Zusammenhang habe ich erfahren, dass die Gestaltung der Tüte von Aldi-Nord von Günter Fruhtrunk stammt. Dieser zu früh und schon 1982 verstorbene Künstler, dessen Werk ich sehr schätze, hat sich leider von diesem Werk später distanziert. “Ich habe gesündigt”, soll er nach seiner Auftragsarbeit für Aldi geäußert haben (Quelle: monopol)

Schade eigentlich. Millionen von Menschen können täglich dieses unlimitierte Multiple nutzen. Populärer kann man Kunst eigentlich nicht machen.

24. Februar 2012

Leicht Lesen = Verständliches Deutsch für alle!

Heute werbe ich einmal für die Verwirklichung einer bestechenden Idee auch in Deutschland.  Ich zitiere aus einer Mail der Hamburger Initiatorin:

“Es geht darum, komplizierte Texte in Behördentexten und -broschüren zu vereinfachen. Später sind auch Nachrichten, Internetseiten, Romane etc. in leichter
Sprache denkbar.
Die Idee kommt aus Schweden, wo das Projekt “lättläst” bereits seit über 30 Jahren erfolgreich läuft und vielen Menschen das Verstehen von Texten vereinfacht.”

Wer sich informieren will, findet hier den Link zum Projektvorschlag und hier den Link zum schwedischen Original.

16. Januar 2012

Sinnvolles Rating?

Ratings – auf gut Deutsch also Bewertungen – gibt es ziemlich viele, mittlerweile für fast alles und jedes. Bei der AKAD spielt zum Beispiel das Rating des HIS (Hochschul-Informations-System) eine Rolle. Kein Wunder, viele potenzielle Studenten orientieren sich an dieser “Bestenliste”, dem Studienqualitätsmonitor  (in dem die AKAD erfreulicher Weise auch sehr gut platziert ist).

Ratingagenturen wie Standard & Poor’s sind in der Finanzwelt tätig – und bewerten die Bonität einzelner Länder auf Grundlage der ihnen vorliegenden Informationen. Nicht überraschend ist, dass Käufer von Staatsanleihen sich an diesen Bonitäten orientieren. Erstaunlich aber, dass in den letzten Jahren die Ratingagenturen hier die Rolle eines hohen Gerichtshofes auszuüben scheinen – soviel Macht und Einfluss billigen ihnen offensichtlich die Akteure der Finanzwelt zu.

Jetzt wurde bekannt, dass weitere europäische Länder ihre bisherigen Bestnoten verlieren. Na und?, muss man sich mittlerweile fragen. Nur noch Deutschland, die Niederlande und einige wenige andere Staaten haben noch das “tripple-A”. Welche Rolle soll ein solches Rating noch haben, wenn so wichtige Volkswirtschaften wie Frankreich, die USA oder Japan keine Bestnote mehr haben. Worin besteht dann der Erkenntnisgewinn?

Es scheint so, dass die Agenturen sich selbst ins Aus geschossen haben. Und es wird deutlich, dass (von den Akteuren) wieder mehr Wert auf Hintergrundinformationen und weitere Bewertungen anderer Akteure gelegt werden sollte.

In unserer kleinen Welt, als “normale” Konsumenten haben wir uns daran doch schon längst gewöhnt. Früher gab es nur Stiftung Warentest (die auch heute noch durchaus verdienstvoll arbeitet); heute informiert sich der Kunde aber auch noch bei den Kundenbewertungen von Amazon, Ciao oder Qype. Mal sehen, wann auch die Finanzwelt begreift, dass mehr zählt als nur die Bewertung einer Ratingagentur.

Bei AKAD (und auch anderen Fernlehrinstituten) jedenfalls erleben wir, dass unsere Kunden sehr häufig bestens informiert sind und wohl zu unterscheiden wissen, welche Ratings eine sinnvolle Orientierung bieten und welche Informationen darüber hinaus entscheidend sind.

4. Dezember 2011

Zukunft

Auf der Xmess, einer Konferenz zur “next society” haben wir uns Gedanken dazu gemacht, wie denn die Zukunft wohl aussehen könnte. Es gabe tolle Anregungen von Menschen wir Dirk Baecker (der sich ja schon länger mit dem Begriff auseinandersetzt), Gunter Dueck und vielen anderen. Die Teilnehmer kamen zum großen Teil aus der Beraterecke – dort ist der Druck sicher am größten, die aktuellen Strömungen der Gesellschaft aufzunehmen…

Einige Eindrücke:

  1. Next Society – was auch immer das ist, wir sind mitten drin
  2. Der bisherige “systemische Werkzeugkasten” reicht nicht aus
  3. Die vielbeschworenen “Megatrends” der Gesellschaft gehören heute zur Normalität
  4. Viele der alten großen Organisationen haben noch gar nicht gemerkt, dass sie tot sind :-)

Für die Bildung wurden Freiräume gefordert, um nicht nur eine Aufzucht kleiner menschlicher Wikipedias zu schaffen, sondern Menschen mit einem breiten Kompetenzspektrum. Dazu hat sich Herr Dueck sehr pointiert geäußert. Das Video seiner Präsentation ist auf seinem Vimeo-Kanal verfügbar, ich finde das Folgende noch prägnanter:

Gunter Dueck: Die kommenden Tage (V) from Stifterverband on Vimeo.