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lernen und arbeiten -


22. Juli 2012

Angst vor neuen Ideen?

“Ich verstehe nicht, warum Menschen Angst vor neuen Ideen haben. Ich habe Angst vor den alten”. (John Cage)

Das Zitat ist enem im Gespräch mit Richard Kostelanetz entnommen; im Original “I can’t understand why people are frightened of new ideas. I’m frightened of the old ones”. Ich habe es gerade in einer netten Veranstaltung in der Hamburger Kunsthalle gehört; dort gibt es eine (allerdings sehr kleine) Ausstellung einiger Zeichnungen und Grafiken (Titel: an ear alone is not a being).

Es gibt auch ein schönes Video, in dem man Cage (altersweise) einmal direkt erleben kann:

5. August 2011

Gegenskript bei unerwünschten Anrufen

Immer wieder erhält man Anrufe irgendwelcher Call-Center, die einem eine Versicherung, ein Abo oder sonst etwas verkaufen wollen. Professionell betrachtet kann das ganz interessant sein, um zu überprüfen, was man alles NICHT tun sollte, um eine “kalte” Adresse für das eigene Produkt zu erwärmen.

Im Tool-Blog von Stephan List habe ich jetzt einen sehr witzigen Fragebogen gefunden, mit dem man – Zeit vorausgesetzt – versuchen kann, den Spieß herumzudrehen. Ein Projekt von EGBG.  Lesen Sie selbst (Doppelklick öffnet das Originaldokument):

Gegenskript

22. Juni 2011

Stadtluft macht frei

In einem bemerkenswerten Aufsatz hat der von mir sehr geschätzte Dirk Baecker in schon 2008 die Funktion der Stadt in verschiedenen Gesellschaften erarbeitet (Stadtluft macht frei: Die Stadt in den Medienepochen der Gesellschaft). Er untersucht Stadt danach, wie sie mit neuen Kommunikatione umgeht; insbesondere widmet er sich vier verschiedenen Stadtformen:

  • Stadt in der Stammesgesellschaft
  • Stadt in der Antike
  • Die moderne Stadt

Wie es sich gehört, hat Herr Baecker seinem Aufsatz ein Abstract, eine Zusammenfassung vorweggestellt. Dazu gibt es einen Film, der eine ganz wunderbare Umsetzung dieser Zusammenfassung ist – und richtig Lust auf den Artikel macht.

Ich bin ja immer auf der Suche nach gelungenen Visualisierungen anspruchsvoller Inhalte. Hier haben wir wieder ein tolles Beispiel!!

Next City from jan weigel on Vimeo.

Gesprochen hat Dirk Baecker offensichtlich selbst. Der Film entstand übrigens schon vor zwei Jahren im Zusammenhang mit der Neu-Entwicklung des Stadtteils Graz-Reininghaus; aufmerksam darauf wurde ich durch einen Blogbeitrag im “Management Zentrum X“.

Auch zum bookmarken: Die Diskussionspapiere der Zeppelin University, wo man den Aufsatz von Dirk Baecker ebenso findet wie viele andere hochinteressante Beiträge. Aktuell (Juni 2011) ist der neueste Artikel “Wie die Öffentlichkeit fassen?
Öffentlichkeit als normatives, als empirisches und als unvollständiges Konstrukt” von Cornelia Wallner und Marian Adolf. Für mich ein interessanter theoretischer “Adlerblick” auf das Thema Öffentlichkeit.

5. Mai 2011

Symmetry

Symmetry from Everynone on Vimeo.

… auch die anderen Videos sind toll!

22. April 2011

Karfreitag

Der Isenheimer Altar von Grünewald. Und am Karfreitag nachmittag Zeit für die Matthäus-Passion von Bach. Großartig.

23. März 2011

In Treatment II

Auf die erste Staffel dieser Fernsehserie habe ich ja bereits vor ca. einem Jahr hingewiesen. Jetzt gibt es montags die zweite Staffel zu sehen;  leider hat sich 3sat für einen sehr späten Termin kurz vor Mitternacht entschieden.

Wunderbar war gestern abend die Sendung von Herrn Scobel zur Serie. Er hatte die beiden Psychoanalytikerinennen Margarete Mitscherlich und Marianne Leuzinger-Bohleber eingeladen. Beide äußerten sich sehr positiv über die Darstellung der Therapiesettings bzw. der Gesprächsführung; die Sendung ist in der Mediathek verfügbar. Lediglich die Tatsache, dass der Therapeut selbst Hilfe bei seiner (ehemaligen) Supervisoring suchte, wurde von Frau Mitscherlich sehr kritisch gesehen. Aber auch darüber konnte man offensichtlich professionell anderer Meinung sein, wie das weitere Gespräch ergab.

Zu meiner Überraschung gibt es mittlerweile auch einen ausführlichen Wikipedia-Artikel über die Serie, der aus meiner Sicht einen sehr guten Überblick gibt, und selbst Spiegel-Online hat die Serie eines Artikels gewürdigt.

24. Februar 2010

In Treatment

Natürlich bin ich Fan dieser Serie. Sie ist selbstverständlich ein mediales Kunst-Werk und darf nicht mit der Realität einer Therapie verwechselt werden. Das jedenfalls ist auch der offizielle Tenor, der im im dazugehörigen 3-Sat-Blog – sehr klar dargestellt und gleichzeitig intensiv diskutiert wird.

Nun bin ich zwar kein Therapeut, habe mich aber in verschiedenen Kontexten intensiv mit Coaching auseinander gesetzt – bei Friedemann Schulz von Thun in der Reihe Kommunikation und Führung ebenso wie bei Fritz B. Simon oder in einem Lehrgang der Euro-FH (um auch einmal ein Fernstudium bei der Konkurrenz zu erleben). Die Berater-Situation ist mir also durchaus vertraut, und ich finde es sehr interessant, wie bei In Treatment das Therapeuten-Klienten-Verhältnis dargestellt wird. Gute Unterhaltung ist die Serie allemal.

11. Februar 2010

Coen-Brüder

Nach dem neuen Film der Coen-Brüder “A serious man” bleibt man ratlos vor dem Abspann sitzen. War das jetzt einfach eine moderne Hiob-Erzählung? Sollte es ein Sittenporträt der sechziger Jahre sein? Einfach eine verrückte jüdische Familiengeschichte? Allein das offene Ende ist eine Herausforderung, um nicht Zumutung zu sagen.

Gleichwohl weist der Film viele komische Elemente auf und ist eine wahrlich schwarze Kommödie, bei der einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Aber so soll es ja auch sein bei schwarzen Kommödien.

Insgesamt also eine Empfehlung, auch wenn ich persönlich den letzten Film, “Burn after Reading”, noch besser gefunden habe.

Weitere Eindrücke in der Zeit-Besprechung

13. Dezember 2009

Thomas Demand

konnten wir auch bereits in Hamburg erleben. Nun besteht noch bis Mitte Januar die Möglichkeit, eine beeindruckende Werkübersicht in Berlin zu besuchen demandinberlin.de Die Nationalgalerie bietet einen unglaublich passenden Rahmen für die Werke, die von Botho Strauß kommentiert werden: Jedem Werk ist eine Vitrine zugeordnet, die ein aufgeschlagenes Buch mit dem entsprechenden Text enthält.

Der einzige kleine Schönheitsfehler ist vielleicht, dass der politische Hintergrund der Werke nicht sichtbar wird – das wird sonst schon einmal deutlicher.

Aber insgesamt – eine Reise nach Berlin durchaus wert! Und der Katalog für 35 € für  Liebhaber ein wahres Schnäppchen

28. Oktober 2009

Polke

In Hamburg ist gerade der dritte Teil einer großangelegten Ausstellung von Sigmar Polke zu sehen: “Wir Kleinbürger”. Versammelt sind Arbeiten aus den 60er und 70er Jahren, thematisch geht es um Politik und Gesellschaft, wie es sich für einen zeitgenössischen Künstler damals gehörte.

Es ist unglaublich, mit welcher technischen Brillianz Polke das Zufällige gesteuert und das Kontrollierte intuitiv eingebunden hat. Da wird auf Malgründe unterschiedlicher Art, von Kleiderstoffen, Leinwand bis Zeitung gemalt, gedruckt, gezeichnet und schabloniert; Fotos dienen als Vorlage ebenso wie Abbildungen aus Büchern und Headlines aus BILD oder ZEIT. Allein der ästhetische Reiz ist Anlass genug für die Ausstellung, die auch wegen der politischen Reflektion lohnt.

Leider hat sich die Kunsthalle aber dazu entschlossen, Tonokumente so lautstark zu präsentieren, dass in der ganzen Ausstellung ständig irgendwelche verzerrten Videos zu hören sind. Nun ist es schon anspruchsvoll genug, optisch die vielen Werke “in Reihe” wahzunehmen, – jedes einzelne beansprucht ja für sich, wahrgenommen werden zu wollen. Mit der Beschallung der Räume wird ein Stressfaktor eingeführt, der die Ausstellung insgesamt leider abwertet.

Das scheint aber grundsätzlich eine Tendenz zu sein, die wir sonst nur aus Supermärkten und Kaufhäusern und Einkaufszentren kennen: ständige Beschallung. Im Museum sollten andere Möglichkeiten dafür geschaffen werden (abgeschlossene Kabinette?), die eine Wahrnehmung der visuellen Kunst ermöglichen. Beiden Kunstwerken – dem auditiven, das sich immer in den Vordergrund drängt, und dem visuellen, das wir eigentlich gerade sehen wollen – wird sonst nicht genügend Aufmerksamkeit zuteil, sie müssen darum konkurrieren.

Das ist so, als ob wir die Werke von Polke vor einer Tapete sehen würden, die z.B. ein Motiv von Botticelli wiederholt. Wäre ja auch nicht wirklich schön…