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lernen und arbeiten -


9. Juni 2011

Managerinnen 50 plus

In einer aktuellen Veröffentlichung des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Kinder wird geht es um eine Studie, die klären soll, warum so wenige Frauen der Altersgruppe 50 plus in Führungspositionen sind. Im Ergebnis stellt sich heraus, dass hier verschiedene Faktoren zusammenkommen:

  • die Diskriminierung von Frauen im Arbeitsleben
  • die Verweigerung von Führungspositionen
  • die Begrenzung von Aufstiegsmöglichkeiten

Die befragten Frauen reagierten mit drei unterschiedlichen Strategien: Kampf, Resignation oder Ausstieg. Alle reflektierten ihre Positionen und stellten zum Teil fest, dass der berufliche Einsatz sich nicht gelohnt hat. Die gläserne Decke lässt sich für sie nicht durch persönliche oder fachliche Exzellenz durchstoßen.

Ich habe die Studie mit großem Interesse und einiger Frustration gelesen. Meine persönlichen Erfahrungen mit weiblichen Führungskräften sind genauso positiv wie die mit ihren männlichen Kollegen. Die berühmte “Andersartigkeit” in der Führung erklärt sich m. E. zum einen daher, dass weibliche Führungskräfte i.d.R. “mehr” geleistet haben als Männer, um in eine Führungsposition zu gelangen. Zum anderen werden bei Frauen immer noch spezifisch weibliche Verhaltensformen erwartet – warum und welche das sein können, ist selbstverständlich eine berechtigte Frage. Auf jeden Fall sind sie oft mit einem ganzen Bündel unterschiedlicher Erwartungen konfrontiert.

Ich habe mich schon an anderer Stelle für eine Frauenquote ausgesprochen – wenn es denn gar nicht anders geht. Es ist schlicht und ergreifend dumm, wenn unsere Gesellschaft zulässt, dass Frauen immer noch von Führungspositionen (insbesondere in der Wirtschaft) massiv ferngehalten werden. Wenigstens gibt es in der Politik ja mittlerweile einige positive Beispiele, die als Vorbilder dienen können.

31. März 2011

Frauenquote

Die Frauenquote ist gerade eines der wichtigsten Themen in der deutschen Politik. Jedenfalls scheint es so zu sein, wenn man sich die Medien ansieht. In der FTD wird der “Zickenkrieg in Merkels Kabinett” auch mit diesem Thema in Verbindung gebracht. Auch der Spiegel thematisiert die Quote.

Ich finde persönlich, dass unser Ziel nicht die Einhaltung einer Frauenquote sein sollte, sondern dass Frauen und Männer ganz selbstverständlich dieselben Positionen innehaben. Nun gibt es in unserer Gesellschaft (historische) Faktoren, die es für Frauen schwerer macht, in Führungspositionen zu gelangen. Solange das so ist, halte ich eine Frauenquote für ein akzeptables Mittel.

Als Ergebnis einer Studie unter Personalverantwortlichen fasst auch das ILS zusammen:  “Chancengleichheit für Frauen wird zum Wettbewerbsvorteil für Unternehmen”. … Frauenquote hin oder her – die Einsicht, dass reine Lippenbekenntnisse nicht mehr ausreichen, ist in der deutschen Wirtschaft angekommen: 98 Prozent* der Personalentscheider sind der Auffassung, dass Frauen die gleichen beruflichen Aufstiegschancen und Lohnstufen eröffnet werden müssen wie Männern.”

In der Hamburger Akademie haben wir übrigens auf der Ebene der Abteilungsleitung eine Frauenquote von 40% (und liegen damit über dem gesetzlichen Vorschlag von 30%). Aber in Bildungsunternehmen ist eine hohe Frauenquote wohl insgesamt häufiger als in anderen Bereichen der Wirtschaft.