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lernen und arbeiten -


5. November 2012

Konflikte – 10 praktische Lösungstipps

Konflikte sind im Berufsleben allgegenwärtig, ja, sie gehören zum Berufsbild des Managers, dessen soziale Funktion darin besteht, “den Konflikt zu suchen, von falsch erscheinenden Stellen abzuziehen, an der richtigen Stelle zu zünden und auszubeuten, bis sich seine Energie verbraucht hat”. So die Theorie, das Zitat ist, wenn ich es richtig weiß, von Dirk Becker (aus dem Einladungsflyer zu den X-Organisationen 2007).

Mit Konflikten bin auch ich immer wieder konfrontiert – nach obiger Definition völlig zu recht -, und ich versuche oft zunächst eine Verortung. Bin ich als Entscheidungsträger gefragt mit der Option, das “Entweder – Oder” zu bestimmen, oder geht es um eine vermittelnde Rolle, die ein Abwägen zwischen dem “Weder-noch” bzw. “Sowohl-als auch” beinhaltet? Wer sich klar seiner jeweiligen Rolle bewusst ist, hat es leichter – und kann umso mehr von den 10 praktischen Tipps profitieren, die ich dem Buch von Fritz B. Simon “Einführung in die Systemtheorie des Konflikts” entnehme und hier gekürzt paraphrasiere:

1. Wenn Sie in einen Konflikt geraten und impulsiv agieren möchten – lassen Sie’s. Zählen Sie bis 100, oder tum Sie erst mal gar nichts.

2. Inhalts- und Bezugsebene sind im Konfliktfall oft nicht klar getrent. Beim “Sach”-Konflikt bemühen Sie sich um eine Trennung beider Ebenen, machen Sie deutlich, dass Sie die Angelegenheit nicht persönlich nehmen!

3. Wenn es um persönliche Dinge geht, sorgen Sie dafür, dass Ihr Gegenüber ein sachliches Interesse dafür entwickelt, den Konflikt zu beenden. Zeigen Sie, wie Sie ihm helfen können, auf der Sachebene zu gewinnen.

4. Wenn der Konflikt bereits eskaliert, prüfen, Sie, ob Sie überhaupt gewinnen können, und gehen Sie dabei von “worst-case-Szenarien” aus.

5. Wenn der Verlauf der Eskalation nicht vorhersehbar ist, steigen Sie lieber vorher aus. Das wird zwar möglicherweise als Schwäche gedeutet, lohnt sich aber trotzdem: der Aufwand für diesen Konflikt bleibt gering, das Risiko ebenfalls.

6. Wenn die Eskalation zu teuer wird oder absehbar zu einem Patt führt, bemühen Sie sich um einen – auch von der Gegenseite akzeptierten – Vermittler.

7. Wenn Sie als “Dritter” in einen fremden Konflikt hineingezogen werden und gleichzeitig qua Hierarchie den Konflikt auch beenden könnten, dann sollten Sie das auch unbedingt tun.

8. Wenn Sie (nur) Berater sind, auchten Sie auf Ihre Neutralität und belassen Sie die Verantwortung für den Fortschritt des Prozesses bei den Konfliktparteien.

9. Wenn Sie als Berater eigene Lösungsideen haben, stellen Sie diese “unauffällig” zur Verfügung, zum Beispiel durch entsprechende Fragen an die Konfliktparteien.

10. Die Lösung eines Konfliktes ist selten perfekt – streben Sie lieber eine langfristig tragfähige, pragmatische Lösung an!

Das Buch von Fritz Simon kann ich nur wärmstens empfehlen, es ist nicht nur “theoretisch”, sondern eben auch eine wunderbar pragmatische Betrachtung des Themas!

24. Februar 2012

Leicht Lesen = Verständliches Deutsch für alle!

Heute werbe ich einmal für die Verwirklichung einer bestechenden Idee auch in Deutschland.  Ich zitiere aus einer Mail der Hamburger Initiatorin:

“Es geht darum, komplizierte Texte in Behördentexten und -broschüren zu vereinfachen. Später sind auch Nachrichten, Internetseiten, Romane etc. in leichter
Sprache denkbar.
Die Idee kommt aus Schweden, wo das Projekt “lättläst” bereits seit über 30 Jahren erfolgreich läuft und vielen Menschen das Verstehen von Texten vereinfacht.”

Wer sich informieren will, findet hier den Link zum Projektvorschlag und hier den Link zum schwedischen Original.

28. November 2011

Fernstudium in Island

Island war Gastland der Buchmesse – und hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ein so kleines Land mit einer so interessanten Literatur ist ja schon bemerkenswert. Ich habe mich nun aus naheliegenden Gründen mit dem isländischen Fernunterricht beschäftigt – und die Ergebnisse meiner Online-Recherche hier in einem pdf zusammengetragen: Fernstudium in Island.

In Summe hat mich das isländische Bildungssystem sehr beeindruckt. Unglaublich, dass es 7 Universitäten gibt – nicht nur in Reykjavik. Und beim Fernunterricht gibt es trotz gewisser Unterschiede genau dieselben Motivationsfragen und Qualitätsanforderungen wie bei uns.

14. November 2011

Zuverlässigkeit

“Zuverlässigkeit entsteht nicht durch die Kontrolle der vorhandenen Bedingungen, sondern durch das permanente Adaptieren an sich verändernde Bedingungen”. So schreibt in einem Blogbeitrag die von mir schon einmal und gerne zitierte Annette Gebauer. Ihr Thema, das “mindfull organizing” ist mir nicht nur aus der betrieblichen Praxis eines Weiterbildungsinstitutes sympathisch, ich sehe darin auch eine Möglichkeit, gerade in den unsicheren Zeiten der aktuellen Wirtschaftskrise Verlässlichkeit zu schaffen. Vielleicht sind sogar einige der unerwarteteren Änderungen in der Politik von Angela Merkel aus der Einsicht geboren, dass es besser ist, sich gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen.

31. Mai 2011

Untergang der Steckenpferde

In einem netten Beitrag der Financial Times Deutschland stellt Nina Anika Klotz leicht bedauernd fest, dass die traditionellen persönlichen Hobbies auf dem Rückzug sind. Die Begeisterung für das Briefmarkensammeln oder die Märklin-Eisenbahn einte früher jung und alt, heute haben solche Freizeitbeschäftigungen an Boden verloren. Zitiert wird auch der Kulturwissenschafter Ingo Mörth, der die Pflege eines facebook-Profils als Hobby gelten lassen würde. Mörth: “Ein gutes Hobby ist ein Hobby, das wirklich frei von Verpflichtungskomponenten ist und Raum bietet, seine eigene Identität und Kreativität zu entfalten.”

Aus meiner beruflichen Fernschul-Perspektive kann ich die Beobachtungen von Frau Klotz nur teilen. Gerade kreative Lehrgänge wurden vor zwanzig Jahren noch wesentlich zweckfreier belegt als heute. Kreatives Schreiben zu lernen, Malen und Zeichnen oder eine exotische Sprache wie Isländisch oder Malaysisch diente der Erweiterung des persönlichen Erfahrungshorizontes. Heute beobachten wir zunehmend, dass beispielsweise Sprachen nur mit einer sehr klaren Nutzenvorstellung belegt werden. Nicht überraschend ist daher, dass zum Beispiel Französisch den zweiten Rang (nach Englisch) schon lange an Spanisch abgegeben hat.

Gleichzeitig beobachte ich aber, dass sich durch das Internet auch ungewöhnliche Hobbies sehr schnell ausbreiten. Ob es nun so etwas wie scrapbooking ist, Online-Spiele wie World of Warcraft oder das Sammeln von irgendwelchen Kuriositäten: Viele Menschen verbringen eine Menge Zeit mit Dingen, die ausschließlich der Selbstverwirklichung dienen.

Offensichtlich ist also beides richtig. Die traditionellen Hobbies verlieren – gegenüber neuen, die aufgrund ihrer Neuartigkeit nicht als Hobby angesehen werden. Gemeinsam ist allen aber, dass sie Zeit kosten. Und Zeit ist angesichts der vielen Möglichkeiten heute knapper als je zuvor – obwohl wir weniger davon für unseren Broterwerb aufwenden müssen.

9. November 2010

Bildung aus Leidenschaft

In der Diskussion über Qualität in der Bildung wird immer deutlicher, wie wichtig die Einstellungen und Haltung zur Bildung für den Nutzer ist.

Erfolgreiche Bildung hat – wie jedes erfolgreiche Produkt – IMMER mit Leidenschaft zu tun. Ich finde den Slogan der Deutschen Bank “Leistung aus Leidenschaft” nicht wirklich gelungen. Hier passen Anspruch und Image meiner Meinung nach nicht gut zusammen. Andererseits wird hier die Leidenschaft, die Begeisterung als Begriff in die Diskussion eingeführt.

Richtig ist, dass ich als Kunde in der Regel gut informiert bin, wenn ich mich für einen Lehrgang entscheide. Was also macht den Unterschied, was führt zu einer konkreten Entscheidung für oder gegen ein Angebot?

In vielen Fällen natürlich der Preis. Das ist bei fast allen Kaufentscheidungen ein wichtiger Faktor. Bei einer so langfristigen Dienstleistung wie einer Weiterbildung spielt aber immer stärker die wahrgenommenen Qualität, das Niveau des Services, und das persönliche Engagement, ja – eben – die Leidenschaft des Anbieters eine Rolle.

Dort kommt man dann auch glücklicherweise zu einem sehr intelligenten Regulativ unserer Marktwirtschaft. Leidenschaft nämlich kann man nur dann zeigen, wenn man sie empfindet; Leidenschaft kann kein Vorgesetzter anordnen, sie ist nicht durch Geld käuflich. Sie kann sich aber entwickeln, wenn man/frau sich identifizieren kann mit seinem/ihrem “Produkt”. Das gelingt umso leichter, je stärker diese Begeisterung anerkannt wird – von Vorgesetzten, aber auch von den Kunden.

Und genau das ist auch unsere Erfahrung mit unseren Teilnehmern. In diesen Fällen ist ein Unterschied wahrgenommen worden bei einem oft doch sehr ähnlichen “Produkt”.

Bildung aus Leidenschaft betrifft im besten Fall also beide Seiten: den, der sich bilden will (und nicht nur “muss”), und den, der Bildung anbietet.

25. Oktober 2010

Bildung ist wie Musik

Immer wieder müssen wir erklären, was für uns “Qualität” in der Weiterbildung bedeutet. Hier ist mein neues “Lieblingsbild”.

Wer jemals ein Musikinstrument spielen musste, wird wissen, dass man so keine wirklich guten Leistungen erzielen kann. Wer aber ein Musikinstrument lernen wollte, hat ungleich bessere Ergebnisse erzielt. Musik entsteht durch “gewollte” Töne.

Mit Weiterbildung ist es genauso. Wird sie extern veranlasst (”Sie sollten aber…”), ist ein Erfolg möglich, aber oft freudlos; vorherrschend ist die Konsumentenhaltung: “Bringt mir was bei!”

Wer aber sich selbst eine Weiterbildung aussucht (und oft auch selbst bezahlt!), wird etwas dafür tun. Durch das eigene Lernen entsteht Wissen. Man geht positiv mit dem Lehrgang um, versucht, das Möglichste daraus zu ziehen, um zum Erfolg zu kommen.

Ich glaube, es muss uns klar sein, dass (Weiter-) Bildung nur in einer Partnerschaft auf Augenhöhe wirklich funktioniert. Wer selbst lernen will, Zeit und Ehrgeiz und auch Schweiß in seinen Lehrgang investiert, hat die Chance, dass etwas daraus entsteht. Das geht natürlich nur im Dialog, und den Dialog anzubieten, ist eine der wichtigsten Aufgaben für uns als Bildungsanbieter.

1. Juni 2010

Ted.com

Jetzt erst entdecke ich die wunderbare Seite Ted.com mit ihrem großen Fundus an guten, erstaunlichen, inspirierenden Vorträgen. Zum Angewöhnen Sir Ken Robinson zur Bildung. Dank an Markus Jung für den Hinweis in seinem Blog :-)