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lernen und arbeiten -


26. Mai 2011

Wie uns soziale Netzwerke beeinflussen

Ich habe auf der Seite von akra einen schönen Beitrag von Cem Basman entdeckt, der auf eine Präsentation von Paul Adams verweist. Nun will ich nicht einfach für Facebook werben (bin da eher ein kritischer Nutzer) – einige Grundideen sozialen Miteinanders sind aber gut dargestellt:

PS: Paul Adams kommt von Google und ist jetzt bei facebook. Cem Basman hat einen eigenen Blog, den ich hiermit sehr empfehle.

17. Mai 2011

Schuldenkrise

Heute titelt die Financial Times: USA reißen Schuldengrenze. Zitat: ” Sollte der Kongress aber bis zum 2. August keiner Erhöhung der Grenze zustimmen, sind die USA zahlungsunfähig.” Das ist aber nicht etwa das Titelthema. Verständlich, weil auch nicht wirklich neu. Obama hat es schon einmal im April nur mit knapper Not geschafft, die Grenze für die Maximalverschuldung nach oben zu verschieben.

In der letzten ZEIT fand ich ein Interview mit dem britischen Historiker Niall Ferguson , der sehr eingängig erklärte, warum der Westen (sprich: Europa und die USA) letztlich auf dem absteigenden Ast sind. Die Überschuldung der USA ist hier nur einer der großen Risikofaktoren, die dazu führen können, dass die Weltordnung sich verändert.

Die negative Einschäftzung amerikanischer Staatsanleihen durch den Investor Pimco, ganz aktuell die erneute Zuspitzung der Schuldenkrise Griechenlands, die Unruhe um die wahrscheinliche Neubesetzung des IWF-Chefpostens durch einen Nicht-Europäer (bzw. Nicht-Amerikaner) destabilisieren das System zusätzlich.

Wären wir im Labor, würden wir begeistert auf eine Situation schauen, in der sich ein prekäres Gleichgewicht hochkomplexer Prozesse etabliert hat. Das Labor wäre selbstverständlich mit Sicherheitsglas und modernsten Umluftanlagen ausgestattet – weil sich die Prozesse nicht nur vorhersehbar gegenseitig beeinflussen, sondern auch außer Kontrolle geraten könnten.

Wir befinden wir uns aber in einer realen Welt, und das wichtigste, was wir in unseren (kleinen)  Teilprozessen, in unseren Lebenssituationen tun können, ist, den Eintritt des Unwahrscheinlichen in unsere Erwartungen mit einzubauen.

27. März 2011

Richard Sennett zu Google Wave

In der aktuellen  ZEIT findet sich der Vorabdruck eines Vortrages des berühmten Soziologen Richard Sennet. Ausgehend von Jacob Burckhardt formuliert er: “Die Gesellschaft erzeugt Komplexität, weiß aber nicht, was sie damit anfangen soll.”

Interessant sind seine Kronzeugen. Er schildert seine persönlichen Erfahrungen mit dem Programm Google Wave, das ja nach nur einem Jahr wieder eingestellt wurde. Das Programm sollte das kollaborative Arbeiten im Internet ermöglichen. (Nebenbemerkung: Ich hatte große Hoffnungen in diese Software gesetzt, um damit gemeinsame Lernprozesse für die Teilnehmer der Hamburger Akademie zu ermöglichen).

Sennets Erfahrung ist eine komplette Desillusionierung. Google Wave erzeuge eine lineare Dramaturgie und würde die Fruchtbarkeit lateraler Diskussionen eher verhindern. “Laterales Denken ist ein wichtiger Motor der Innovation”. Damit – so Sennets Fazit – war Google Wave zu einfach, zu schlicht für die Bewältigung der Komplexität einer fruchtbaren und kreativen Zusammenarbeit. Hier hatten die Entwickler die Nutzer unterschätzt.

Eine ähnliche Unterschätzung findet Sennet interessanterweise auch in der Finanzwelt. Die Topanalysten und Banker verstehen sehr oft nicht die Werkzeuge, die sie bedienen. Die Kommunikation zwischen den Programmierern – die sich als hochklassige Handwerker verstehen – und den “Bedienern”, nach deren Bedürfnissen die Software eigentlich entwickelt werden sollte, funktioniert in der Regel nicht.

Als Soziologen interessiert Sennet das Verhältnis zwischen den gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung. “Was die materielle Seite des Lebens betrifft, entwickeln unsere mdernen Kulturen einen immer höheren Grad an Komplexität. Aber der kooperative Gebrauch dieses Reichtums bleibt rudimentär.”

6. Februar 2011

Wiki im Unternehmen

In der aktuellen Ausgabe von “Wirtschaft und Weiterbildung” wird in einer Fallstudie gezeigt, “Wie ein Wiki ein Unternehmen radikal verändern kann” (so der Titel). Ich finde den Artikel sehr lesenswert und verweise gerne auf den Blog von Tim Schlotfeld, der sich diesem Thema schon vor Jahren gewidmet hat.

Auch in der Hamburger Akademie haben wir schon vor einigen Jahren ein unternehmensinternes Wiki aufgesetzt. Vorausgegangen war ein erster Versuch, ein übergreifendes Informationssystem zu schaffen, auf das alle Mitarbeiter gleichermaßen Zugriff haben sollten. Dabei sind wir daran gescheitert, dass alle Aktualisierungen, alle zusätzlichen Informationen nur an  einer Stelle im Unternehmen eingepflegt werden konnten. Dadurch wurde das System unflexibel, langsam und wenig attraktiv.

Der folgerichtige Schritt war ein “echtes” Wiki, auf das alle Mitarbeiter Lese- und Schreibzugriff haben. Zunächst wurde der alte Datenbestand als Startmasse in das neue Wiki übertragen. Dann erfolgte eine Einführung und Schulung. Dank der Gewöhnung an die Wiki-Idee im “normalen” Leben mit Wikipedia haben sich die meisten Mitarbeiter dann sehr schnell an diese Form eines Informationssystems gewöhnt.

Das System läuft stand-alone auf einem internen Server und ist dadurch sehr schnell und gleichzeitig sicher. Wir nutzen es zum Beispiel

  • als Datenbank für alle Lehrgänge. Besonderheiten und aktuelle Ergänzungen können schnell eingepflegt werden und sind dann für jedermann sichtbar.
  • für die Tagesordnungen unserer Jour-Fixe gepflegt – jeder Teilnehmer kann seine Punkte eintragen.
  • Für die Road-Map unseres Qualitätsmanagement-Systems
  • .. und auch für die (selbstverständlich freiwillige) Geburtstagsliste der Mitarbeiter oder die Planung des nächsten Betriebsausfluges.

Das Wiki hat sich in unserer Arbeit sehr bewährt. Morgens ein Klick in den Bereich “Letzte Änderungen” in der Navigation zeigt sehr schnell, was sich gerade geändert hat. Und die Möglichkeit, alle Änderungen und Neuerungen über die Historie nachzuvollziehen, stellt einen großen Vorzug dar. Natürlich braucht mancher vielleicht nochmal Unterstützung bei der Neuanlage eines Artikels (”wie war das nochmal mit der Formatierung als Überschrift?”), aber das ist dann in der Regel sehr schnell kollegial zu klären. Ich bin also erklärter Anhänger und Unterstützer von Wikis im Unternehmen!

26. Mai 2010

Dirk Baecker zur Computergesellschaft

Der Soziologe Dirk Baecker äußerte sich im Schweizer Fernsehen zu den “Krisen der Computergesellschaft”. Das Gespräch mit Roger de Weck lohnt sich in voller Länge!