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lernen und arbeiten -


23. Juli 2011

Lebensmittelklarheit

Jetzt ist die Website “Lebensmittelklarheit” im Netz erreichbar (wenn auch nur unter Schwierigkeiten, weil offensichtlich der Server den Ansturm nur schwer verkraftet). Hochspannend, dass der offizielle Verbraucherschutz – vertreten durch die Ministerin Aigner – eine solche Seite propagiert und gegen alle Kritik auch durchsetzen kann. Auch ich habe mich schon oft über die merkwürdigen Inhaltsstoffe oder die täuschenden Abbildungen auf Lebensmittelverpackungen geärgert. Dass es jetzt ein offizielles Forum für solche Ärgernisse gibt, ist hervorragend – und ebenfalls interessant, wie sich die Lebensmittelindustrie dazu stellt. Der mündige Verbraucher wird hier sichtbar. Und wer das als Hersteller richtig zu nutzen weiß, der punktet spätestens jetzt mit “sauberen” Inhaltsangaben und ehrlichen Beschreibungen.

Natürlich habe ich auch überlegt, ob ein solches Portal für die Weiterbildungsbranche sinnvoll bzw. notwendig wäre. Aber glücklicherweise gibt es solche krassen Beispiele von Fehlinformationen bzw. Täuschungen in unserer Branche kaum. Im Fernunterricht gewährleistet überdies die ZFU ein sehr großes Maß an Transparenz, und spezielle Portale wie fernstudium-infos oder allgemeine Verbraucherportale wie Ciao bieten Informationsmöglichkeiten darüber, ob “auch wirklich drin ist, was drauf steht”.

13. April 2011

Hermetisches Schreiben

Im (immer sehr lesenswerten) Tool-Blog von Stefan List habe ich kürzlich einen Hinweis auf  einen Blogbeitrag von Sascha Lobo zum Begriff “Hermetisches Schreiben” gefunden. Den Begriff definiert Lobo so:

“Hermetisches Schreiben bedeutet, eine Mail so zu verfassen, dass die Chance auf eine Rückmail aktiv auf ein absolutes Minimum reduziert wird.”

Dahinter steckt die Idee, beim Schreiben von E-Mails so zu formulieren, dass nicht ein ewiges Ping-Pong von Antworten entsteht. Nicht alle seiner Tipps passen für jeden, Anregungen gibt´s aber genug.

Den ganzen Artikel von Sasche Lobo finden Sie hier:  Die Kunst der Mailminimierung – Hermetisches Schreiben.

6. Februar 2011

Wiki im Unternehmen

In der aktuellen Ausgabe von “Wirtschaft und Weiterbildung” wird in einer Fallstudie gezeigt, “Wie ein Wiki ein Unternehmen radikal verändern kann” (so der Titel). Ich finde den Artikel sehr lesenswert und verweise gerne auf den Blog von Tim Schlotfeld, der sich diesem Thema schon vor Jahren gewidmet hat.

Auch in der Hamburger Akademie haben wir schon vor einigen Jahren ein unternehmensinternes Wiki aufgesetzt. Vorausgegangen war ein erster Versuch, ein übergreifendes Informationssystem zu schaffen, auf das alle Mitarbeiter gleichermaßen Zugriff haben sollten. Dabei sind wir daran gescheitert, dass alle Aktualisierungen, alle zusätzlichen Informationen nur an  einer Stelle im Unternehmen eingepflegt werden konnten. Dadurch wurde das System unflexibel, langsam und wenig attraktiv.

Der folgerichtige Schritt war ein “echtes” Wiki, auf das alle Mitarbeiter Lese- und Schreibzugriff haben. Zunächst wurde der alte Datenbestand als Startmasse in das neue Wiki übertragen. Dann erfolgte eine Einführung und Schulung. Dank der Gewöhnung an die Wiki-Idee im “normalen” Leben mit Wikipedia haben sich die meisten Mitarbeiter dann sehr schnell an diese Form eines Informationssystems gewöhnt.

Das System läuft stand-alone auf einem internen Server und ist dadurch sehr schnell und gleichzeitig sicher. Wir nutzen es zum Beispiel

  • als Datenbank für alle Lehrgänge. Besonderheiten und aktuelle Ergänzungen können schnell eingepflegt werden und sind dann für jedermann sichtbar.
  • für die Tagesordnungen unserer Jour-Fixe gepflegt – jeder Teilnehmer kann seine Punkte eintragen.
  • Für die Road-Map unseres Qualitätsmanagement-Systems
  • .. und auch für die (selbstverständlich freiwillige) Geburtstagsliste der Mitarbeiter oder die Planung des nächsten Betriebsausfluges.

Das Wiki hat sich in unserer Arbeit sehr bewährt. Morgens ein Klick in den Bereich “Letzte Änderungen” in der Navigation zeigt sehr schnell, was sich gerade geändert hat. Und die Möglichkeit, alle Änderungen und Neuerungen über die Historie nachzuvollziehen, stellt einen großen Vorzug dar. Natürlich braucht mancher vielleicht nochmal Unterstützung bei der Neuanlage eines Artikels (”wie war das nochmal mit der Formatierung als Überschrift?”), aber das ist dann in der Regel sehr schnell kollegial zu klären. Ich bin also erklärter Anhänger und Unterstützer von Wikis im Unternehmen!

18. Januar 2011

Heinz von Foerster

Mit großem Vergnügen lese ich (wieder) in den “Gesprächen für Skeptiker”, die Bernhard Pörksen mit dem berühmten Kybernetiker Heinz von Foerster geführt hat. Sie sind unter dem schönen Titel “Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners” im Carl-Auer-Systeme Verlag erschienen.

In diesen Gesprächen geht es unter anderem um die Rolle des Managers und seine Funktion bei der Organisation von Unternehmen. Ein verbesserter Grad von Organisation setzt nach v. Foerster erst einmal voraus, dass man sich Gedanken darüber macht, welche Kriterien denn für diese Unterscheidung (nämlich der Verbesserung) gelten sollen. Für ihn sind es ein hetrarchischer Kommunikationsmodus und die Wahrnehmung des Betriebes als ein Ganzes.

“Dieser Manager sollte versuchen, sich und die anderen in ein heterarchisches Netzwerk einzuügen, so dass der Fluss des Wohlbefindens alle Mitglieder der Organisation erreicht und berührt. Und wenn dies dank seiner Weitsicht gelingt, dann hat er sein Ziel erreicht: Die Organisation organisiert sich selbst – und zwar auf eine Weise, die allen Freude macht.”

Ich bin von dieser sehr positiven Formulierung sehr angetan. Beim Total Quality Management nach EFQM habe ich ebenfalls eine solche Ganzheitlichkeit gefunden. Es geht eben auch darum, eine Organisation bzw. ein Unternehmen nicht nur eindimensional (nach Marktanteil, Umsatz oder Ergebnis)  zu beurteilen, sondern möglichst als etwas komplexes und mehrwertiges, das auch Innovationskraft einschließen kann oder Servicequalität.

Hier nochmal zur Erinnerung die Grundkonzepte der Excellence nach EFQM:

  • Ausgewogene Ergebnisse erzielen
  • Nutzen für den Kunden schaffen
  • Mit Vision, Inspiration und integrität führen
  • Mit Prozessen managen
  • Durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich sein
  • Innovation und Krativität fördern
  • Partnerschaften gestalten
  • Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft übernehmen
9. November 2010

Bildung aus Leidenschaft

In der Diskussion über Qualität in der Bildung wird immer deutlicher, wie wichtig die Einstellungen und Haltung zur Bildung für den Nutzer ist.

Erfolgreiche Bildung hat – wie jedes erfolgreiche Produkt – IMMER mit Leidenschaft zu tun. Ich finde den Slogan der Deutschen Bank “Leistung aus Leidenschaft” nicht wirklich gelungen. Hier passen Anspruch und Image meiner Meinung nach nicht gut zusammen. Andererseits wird hier die Leidenschaft, die Begeisterung als Begriff in die Diskussion eingeführt.

Richtig ist, dass ich als Kunde in der Regel gut informiert bin, wenn ich mich für einen Lehrgang entscheide. Was also macht den Unterschied, was führt zu einer konkreten Entscheidung für oder gegen ein Angebot?

In vielen Fällen natürlich der Preis. Das ist bei fast allen Kaufentscheidungen ein wichtiger Faktor. Bei einer so langfristigen Dienstleistung wie einer Weiterbildung spielt aber immer stärker die wahrgenommenen Qualität, das Niveau des Services, und das persönliche Engagement, ja – eben – die Leidenschaft des Anbieters eine Rolle.

Dort kommt man dann auch glücklicherweise zu einem sehr intelligenten Regulativ unserer Marktwirtschaft. Leidenschaft nämlich kann man nur dann zeigen, wenn man sie empfindet; Leidenschaft kann kein Vorgesetzter anordnen, sie ist nicht durch Geld käuflich. Sie kann sich aber entwickeln, wenn man/frau sich identifizieren kann mit seinem/ihrem “Produkt”. Das gelingt umso leichter, je stärker diese Begeisterung anerkannt wird – von Vorgesetzten, aber auch von den Kunden.

Und genau das ist auch unsere Erfahrung mit unseren Teilnehmern. In diesen Fällen ist ein Unterschied wahrgenommen worden bei einem oft doch sehr ähnlichen “Produkt”.

Bildung aus Leidenschaft betrifft im besten Fall also beide Seiten: den, der sich bilden will (und nicht nur “muss”), und den, der Bildung anbietet.