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Schuldenkrise

Heute titelt die Financial Times: USA reißen Schuldengrenze. Zitat: “ Sollte der Kongress aber bis zum 2. August keiner Erhöhung der Grenze zustimmen, sind die USA zahlungsunfähig.“ Das ist aber nicht etwa das Titelthema. Verständlich, weil auch nicht wirklich neu. Obama hat es schon einmal im April nur mit knapper Not geschafft, die Grenze für die Maximalverschuldung nach oben zu verschieben.

In der letzten ZEIT fand ich ein Interview mit dem britischen Historiker Niall Ferguson , der sehr eingängig erklärte, warum der Westen (sprich: Europa und die USA) letztlich auf dem absteigenden Ast sind. Die Überschuldung der USA ist hier nur einer der großen Risikofaktoren, die dazu führen können, dass die Weltordnung sich verändert.

Die negative Einschäftzung amerikanischer Staatsanleihen durch den Investor Pimco, ganz aktuell die erneute Zuspitzung der Schuldenkrise Griechenlands, die Unruhe um die wahrscheinliche Neubesetzung des IWF-Chefpostens durch einen Nicht-Europäer (bzw. Nicht-Amerikaner) destabilisieren das System zusätzlich.

Wären wir im Labor, würden wir begeistert auf eine Situation schauen, in der sich ein prekäres Gleichgewicht hochkomplexer Prozesse etabliert hat. Das Labor wäre selbstverständlich mit Sicherheitsglas und modernsten Umluftanlagen ausgestattet – weil sich die Prozesse nicht nur vorhersehbar gegenseitig beeinflussen, sondern auch außer Kontrolle geraten könnten.

Wir befinden wir uns aber in einer realen Welt, und das wichtigste, was wir in unseren (kleinen)  Teilprozessen, in unseren Lebenssituationen tun können, ist, den Eintritt des Unwahrscheinlichen in unsere Erwartungen mit einzubauen.

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