Allgemein Fundstücke

Jeux de societé – Gesellschaftsspiele 1818

Was machte man im frühen 19. Jahrhundert in privater Gesellschaft? Es gab natürlich Gespräche, Musik – und Spiele. Gesellschaftsspiele erfreuten sich einer großen Beliebtheit. Abbildungen unterschiedlicher Spiele sollen hier vorgestellt werden. Meine Recherche ergab, dass die 12 Karten, die ich kürzlich erwerben konnte, Teil eines 24-teiligen Sets gewesen und 1818 erschienen sind. Die Titelvignette und das Titelschild waren vermutlich auf dem Etui aufgeklebt; ich habe sie hier auf die Rückseite einer der Karten aufgelegt.

Die Stiche sind sparsam koloriert und wirken sehr natürlich. Modisch entsprechen sie genau der Zeit. Die Damen tragen sparsam verzierte Kleider; der Kopfputz ist vielfältig und besteht zum Teil aus einfachem Haarschmuck mit Bändern oder Blumen, zum Teil aus kleinen Hüten, die mit Blumen, Bändern und Federn geschmückt sind. Bei den Herren dominiert der Frack, man sieht auch die Redingote und teils Kniebundhosen, teils lange Hosen.

Die Spielenden wirken ausgelassen und heiter, – leider ist heute nicht mehr nachvollziehbar, wie die Spiele in der heutigen Zeit genannt werden. Die „Reise nach Jerusalem“ (hier: Le Voyage à Corinthe) wenigstens ist erkennbar…

Zum Verleger gibt es einen ausführlichen Text mit dem treffenden Titel Augustin Legrand, un pionnier inconnu du livre jeunesse. In diesem ausführlichen Dossier arbeite der Autor Jacques Desse intensiv daran, Licht in Leben und Werk von Augustin Legrand zu bringen. Ich meine, es ist ihm gelungen…

Die nach heutiger Auffassung oft falsche Rechtschreibung habe ich absichtlich belassen, z.B. „Passe-tems“ statt „Passe-temps“.

One thought on “Jeux de societé – Gesellschaftsspiele 1818

  1. Ein wunderbares Ratespiel sind diese Spiel-Karten: Welche Regeln gelten wohl? Was sagen die Namen der Spiele? Trotz vollständiger Kleidung in neuster Mode ahnt man echte Party-Burner mit durchaus anzüglicher Note.

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