Allgemein

Verantwortung übernehmen

ist eine Forderung, die wir alle kennen und uns für andere wünschen. Besonders in der Politik fordern wir die Amts- und Funktionsträger auf, für Entscheidungen gerade zu stehen, die sie selbst (oder ihre Mitarbeiter) getroffen haben.

Auch in der Weiterbildung übernehmen wir – sofern wir selbst entscheiden – analog Verantwortung für die eigene Zukunft. Dabei verändert sich die eigene Wirklichkeit – zum einen durch den Inhalt der Entscheidung, zum anderen durch das Entscheiden selbst. Der eigene Status ist auf einmal „Fernstudent“ – mit fundamentalen Änderungen des Privatlebens. Gleichzeitig verändert sich die auf anderer Ebene durch das individuelle Tund die Weiterbildungslandschaft (immer mehr Menschen entscheiden sich für Fernunterricht), usw.

Kompliziert wird die ganze Geschichte nur dadurch, dass wir die Wirkungen unseres Handelns nicht selbst bestimmen können. Lediglich die Wahrscheinlichkeiten lassen sich bei unserer Entscheidungsfindung vage einschätzen. Das eigentlich Überraschende ist dabei, dass unsere Bezugssysteme in der Regel so gut und stabil reagieren. Eine Wachsamkeit und Sensibilität für Veränderungen ist aber immer gut – das hat die Finanzkrise gerade erst wieder gezeigt. Im Bereich der Klimadiskussion werden die Wahrscheinlichkeiten für eine Katastrophe relativ genau berechnet, ohne dass sich damit politische Konsequenzen zu ergeben scheinen. Verantwortung zu übernehmen auf individuellem Niveau ist zwar ein hilfreicher erster Schritt, der angesichts der Systemkomplexität aber zu wenig Wirkung entfaltet.

Die Forderung an andere, Verantwortung zu übernehmen, sollte daher meines Erachtens geknüpft sein an konkretes Entscheiden. Die oft zu hörende Aufforderung: „Nun übernimm aber mal Verantwortung für Dein Leben!“ ist nur dann hilfreich, wenn damit auch Raum geschaffen wird für die Entscheidungen, die diese Verantwortung begründen.

In Bezug auf unsere Weiterbildung heißt das: nicht klagen über fehlende Weiterbildungsbereitschaft, sondern Raum schaffen (Angebote, finanz. Unterstützung, berufliche Freistellung usw.) für positive Entscheidungsmöglichkeiten.

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