Putzmacherei und Putzmacherin

Hüte und Kopfputz im „Journal des Luxus und der Moden“

Wer sich für die Mode des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts interessiert, wird im „Journal des Luxus und der Moden“ (erschienen 1786-1827) eine Quelle vielfältiger Informationen finden. Ich habe mich gefragt, wie es sich wohl mit zwei zentralen Begriffen der Putzmacherei verhält, nämlich den Hüten und dem Kopfputz. Beide Begriffe werden im Journal über die Jahre sehr häufig genutzt, insgesamt 1.225 mal. Gab es eine Entwicklung über die Jahre? Ein Hut ist ja ein sehr konkreter Kopfputz. Wie verhielten sich die beiden Begriffe zueinander?

Durch die verdienstvolle Arbeit von Doris Kuhles und ihrer Mitarbeiterin Ulrike Standke verfügen wir ja über eine ausführliche Bibliografie des „Journals“. Das Register dieser Bibliografie führt detailliert die Fundstellen für die Nennung der verschiedenen Begriffe auf. „Hüte“ und „Kopfputz“ wurden einmal im Kontext „Mode“, einmal als alleinstehendes Stichwort „Allgemein“ aufgeführt. Ich habe die Nennungen den einzelnen Jahren zugeordnet und dabei folgende Entwicklungen gefunden:

Anzahl der Nennungen der Begriffe „Hut“ und „Kopfputz“ im „Journal des Luxus und der Moden“. © Anno Stockem.

Ein erster Blick zeigt auffallende Schwankungen, mit starken Ausschlägen im Bereich „Hüte(Allgemein)“ und „Hüte(Kontext Mode)“ für 1792-1796 sowie für 1809, in der Grafik die gelbe und die rote Linie.
Beim „Kopfputz(Kontext Mode)“, grau markiert, fällt besonders der Wert für 1803 auf. Die Reihe bewegt sich insgesamt parallel zur Reihe „Kopfputz(Allgemein)“, aber ab 1816 mit zunehmend größerer Distanz zur Reihe „Kopfputz(Allgemein)“.

Zur Vereinfachung der Darstellung wurden die Begriffe kumuliert und addiert. Das Ergebnis bildet die folgende Darstellung ab, bei der auch wieder die Trendlinien zugefügt sind:

Anzahl der Nennungen der Begriffe „Hut“ und „Kopfputz“ kumuliert im „Journal des Luxus und der Moden“. © Anno Stockem

Die Trendlinie zeigt, dass erstaunlicher Weise die Verwendung beider Begriffe gemeinsam fast konstant über die gesamte – immerhin 42jährige – Dauer des Erscheinens des „Journals“ gleich bleibt, auch wenn die Abweichung 1792-1796 natürlich sichtbar ist. Die Abnahme der Nennung des einen Begriffs wird durch die Zunahme der Nennung des anderen ausbalanciert.

Es scheint auf den ersten Blick so zu sein, dass das Thema Hut/Kopfputz von den Herausgebern des „Journals“ als kontinuierlich für ihre Leser*innen von Interesse eingeschätzt wurde. Es wäre interessant, noch weitere Begriffe entsprechend zu erfassen und in Relation zum hier dargestellten Themenbereich zu setzen. Dies – und die weitere Diskussion der Ursachen – wird noch an anderer Stelle erfolgen.

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