lernen Putzmacherei und Putzmacherin

Fachzeichnen für Putzmacherinnen – mit Bonus-Material!

Rose Müller-Windorf habe ich schon im Zusammenhang mit ihrer „Putzfibel“ ausführlich vorgestellt. „Das Buch, das Sie suchen!“ hat nun auch den Weg in meine Sammlung gefunden. Manchmal weiß man offensichtlich gar nicht, was man schon immer wollte … (Müller-Windorf, Rose: Fachzeichnen für Putzmacherinnen. Anleitung zum Selbstunterricht und zum Gebrauch in den Berufs-und Fortbildungsschulen. Karl Ulrichs, Nürnberg 1951).

Umschlagbild: Fachzeichnen für Putzmacherinnen, von Rose Müller-Windorf

Müller-Windorf begründet ausführlich, warum sie das Fachzeichnen für eine wesentliche Kompetenz der Putzmacherin hält – zum Skizzieren eines Entwurfs, einer Arbeitsvorlage, oder zum Entwerfen von (stets individuell entworfenen) Modellhüten. Wer fachlich gut zeichnet, kann darüber hinaus auch Ideen auf Ausstellungen festhalten bzw. kopieren und so Anregungen sammeln.

Fachzeichnen ist – darauf weist Müller-Windorf explizit hin – kein Modezeichnen, für das eine eigene Ausbildung benötigt wird. Es geht ihr darum, die notwendigen Fertigkeiten zu vermitteln. „Alle müssen das Wesentliche erlernen, auch die Unbegabten“ (ebd. S. 13). Außerdem führt sie aus:

„Bestimmend für die Gestaltung des Inhaltes war es ferner, Überflüssiges zu vermeiden, Wichtiges aber ganz gründlich zu vermitteln. Unwichtig ist z.B. das Abzeichnen von Blumentuffs und Blumenranken, wie sie der Hutgarnitur dienen. Diese Blumen kauft die Putzmacherin und steckt sie an den Hut, so wie es die Bild- oder Modellhutskizze erkennen lassen. Es genügt daher, auf der Skizze eines Modellhutes die Blumen anzudeuten.
Wichtig dagegen ist der Sitz des Hutes auf dem Kopf. Es muss erkenntlich sein, wie der Hut getragen wird, ob schäg, gerade, hoch oder tief in die Stirne gedrückt usw. „

Müller-Windorf, Rose: Fachzeichnen für Putzmacherinnen. Anleitung zum Selbstunterricht und zum Gebrauch in den Berufs- und Fortbildungsschulen. Karl Ulrichs, Nürnberg 1951, S. 13

Hier wird wieder einmal deutlich, mit wieviel Erfahrung und praktischem Verständnis Rose Müller-Windorf schreibt und lehrt. Das Buch geht im Weiteren sehr kleinschrittig vor, bietet Übungsblätter und geht bis zu Kapiteln über das Fachzeichnen in der Gesellen- resp. Meisterprüfung.

Quasi als Bonus-Material gibt es am Ende des Buches noch eine Anleitung zur Herstellung eines „Steckers“. Dabei handelt es sich um einen nadelweichen Polsterkopf oder Schemakopf. Ich habe die Anleitung sowie das Schnittmuster, das dem Buch beigefügt ist, hier als Bild eingefügt. Sollte ein solcher „Stecker“ von Leser*innen nachgenäht werden, würde ich mich über Fotos von den Ergebnissen freuen!

Herstellung eines Steckers, aus: Fachzeichnen für Putzmacherinnen, von Rose Müller-Windorf, S. 89
Herstellung eines Steckers, aus: Fachzeichnen für Putzmacherinnen, von Rose Müller-Windorf, S. 90
Herstellung eines Steckers, aus: Fachzeichnen für Putzmacherinnen, von Rose Müller-Windorf, S. 91
Schnittmuster für einen Stecker, aus: Fachzeichnen für Putzmacherinnen, von Rose Müller-Windorf, Beilage

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